Anklage wegen massenhaften Betrugs mit Bio-Geflügel

Die herrschende Meinung

Montag, 29. März 2010

Anklage wegen massenhaften Betrugs mit Bio-Geflügel

Ein massenhafter Betrug mit falschem Öko-Geflügel kommt vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat Anklage gegen einen Geflügelhändler aus Delbrück erhoben.

Der Vorwurf laute gewerbsmäßiger Betrug, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft und bestätigte am Mittwoch einen Bericht des "Westfalen-Blatts" (Online-Ausgabe). Der Händler soll drei Jahre lang konventionelle Ware zugekauft und einen Teil mit 25 Prozent Aufschlag als Bio-Geflügel verkauft haben. Der Gesamtschaden liege bei rund 1,3 Mill. Euro. Ein Verhandlungstermin steht noch nicht fest.

Der Zeitung zufolge war der Angeklagte bis vor kurzem der größte deutsche Bio-Geflügelhändler. Der Betrug sei Ende 2008 durch den Zukauf großer Mengen konventionellen Geflügelfutters aufgeflogen, sagte Pollmann. Zudem sei aber in beträchtlichen Mengen auch konventionelle Frischware gekauft worden. Insgesamt habe es 685 Abnehmer gegeben. Unklar sei aber, wer falsch deklariertes Geflügel bekommen habe, sagte der Staatsanwalt. Das sei auch kaum noch zu ermitteln. "Die Dinger sind gegessen."

Dem Bericht zufolge wurden acht Jahre lang aus Delbrück auch Öko-Puten und Bio-Hähnchen an die älteste Braterei auf dem Oktoberfest in München, Ammer, geliefert. Zuletzt wurden auf der Wiesn 20 000 angebliche Öko-Hähnchen verspeist. Für die vermeintliche Bio-Ware sei bis zu 200 Prozent mehr als für konventionell aufgezogenes Geflügel bezahlt worden. Nachdem der Betrug aufgeflogen war, erstatteten der Ökoverband Bioland und die Hühner- und Entenbrustbraterei Ammer aus München Strafanzeige.

10.03.2010 - Justizministerium Nordrhein-Westfalen - PM vom 10.03.2010: http://www.justiz.nrw.de


Mit freundlicher Unterstützung der ad ius Mandanteninformationen.
Geschrieben von Ralph Hecksteden um 01:49 | Kommentare (0) | Trackbacks (0)
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