Europäische Lösung für Buch-Digitalisierung

Die herrschende Meinung

Mittwoch, 9. September 2009

Europäische Lösung für Buch-Digitalisierung

(pm) Die EU-Kommission will bei der Digitalisierung von Büchern eine "echte europäische Lösung im Interesse der europäischen Verbraucher" finden. Dies haben Viviane Reding, EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, und Charlie McCreevy, EU-Kommissar für Binnenmarkt und Dienstleistungen, in einer gemeinsamen Stellungnahme zur kulturellen und wirtschaftlichen Bedeutung der Bücherdigitalisierung in Europa erklärt. Damit eine gerechte Vergütung der Autoren gesichert ist, müssten die Urheberrechte uneingeschränkt beachtet werden, erklärten beide Kommissionsmitglieder zur Herkulesaufgabe der Digitalisierung der Bücher Europas. Gleichzeitig begrüßten beide EU-Kommissare öffentlich-private Partnerschaften als Mittel, um die Digitalisierung von Büchern voranzutreiben. Dafür müssten die europaweit noch ziemlich uneinheitlichen Vorschriften zum Urheberrecht dem digitalen Zeitalter angepasst werden

Die beiden EU-Kommissare äußerten sich vor mehreren Workshops und Treffen zwischen der Kommission, Kultureinrichtungen, Rechtsträgern, IT-Unternehmen und Verbraucherverbänden, die heute mit einer Anhörung zu dem zur der Google Book Search-Sammelklage in den USA erzielten Vergleich beginnen. Nach dieser zwischen Google, Autoren und Verlagen in den Vereinigten Staaten getroffenen Vereinbarung (die noch von einem amerikanischen Gericht bestätigt werden muss) könnten Autoren 63 Prozent der Online-Einkünfte erhalten, die Google mit digitalisierten Büchern erzielt. In der EU gibt es bislang noch keine entsprechende Lösung.

Die für diese Woche angesetzten Anhörungen und Sitzungen in der Kommission werden dazu beitragen, ein europäisches Konzept für die noch offenen Fragen bei der Bücherdigitalisierung zu entwickeln. Nach Ansicht beider EU-Kommissare sollten die EU-Entscheidungsträger einen rechtlichen Rahmen schaffen, der den Weg ebnet für einen raschen Ausbau dieser Dienste für die europäischen Verbraucher und die europäischen Bibliotheken und Wissenschaftskreise, so wie er aufgrund dieses Vergleichs nunmehr in den Vereinigten Staaten möglich ist. Im Anschluss an die Treffen dieser Woche wird die EU-Kommission dem Europäischen Parlament und dem Rat Bericht erstatten und mit ihnen die ersten Ergebnisse erörtern.

Geschrieben von Ralph Hecksteden um 09:09 | Kommentare (0) | Trackback (1)
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