Sandra Kegel, Feuilletonistin bei der FAZ, schreibt eben dort in einem Artikel zum Urteil gegen "The Pirate Bay":
Den „Pirate Bay“-Betreibern dagegen fällt zu ihrer Rechtfertigung nur der zynische Satz ein, es sei eben schon immer schwer gewesen, als Künstler zu leben. Dass sie mit dieser zutiefst kunstfeindlichen Ansicht nicht alleinstehen, zeigen ähnliche Äußerungen aus den Reihen der Open-Source-Bewegung oder beispielsweise des Chaos Computers Clubs.
Den Pressesprecher des schwedischen Pyratbyran Magnus Eriksson habe ich bei einer Podiumsdiskussion in Salzburg gehört und gesehen. Dort wurde offensichtlich, dass die Geeks von "The Pirate Bay" die schwedische Piratenpartei nur mitgegründet haben, um ihrem Treiben im nachhinein einen politischen Aspekt zu geben. Und auch der oben als zynisch bezeichnete Satz fiel dort.
Allerdings ist der Artikel der FAZ schlichtweg schlecht und undifferenziert. Mit einer pauschalen Keule gleich einmal gegen Open-Source und CCC ausholen, ist nichts anderes als Interessenverbänden nach dem Mund zu reden. Dass es auch eine Vielzahl Künstler gibt, die den Ideen freier Lizenzen wohlwollend gegenüberstehen, wird genauso ignoriert wie die Tatsache, dass das lobend erwähnte Beispiel der Sperrung von Internetzugängen bei Urheberrechtsverstößen in Frankreich vorerst gescheitert ist. Vielleicht hätte der Autorin eine Teilname an dieser Podiumsdiskussion gut getan, um ihren Horizont zu erweitern: denn beide damals anwesenden Künstler vertraten Positionen, die den Interessen der Urheberrechtsindustrie entgegen laufen.